Stadträte beim Gewichtheben

Eine Initiative mit dem Namen «7 statt 9»  hat zum Ziel, die Mitgliederzahl des Zürcher Stadtrates von 9 auf 7 zu reduzieren. Ein ehemaliges Mitglied dieser Behörde wendet sich dagegen: «Zu siebt kann man die Aufgaben, die sich stellen, nicht stemmen», wird es in der NZZ zitiert. Ja, da muss man sich eingestehen, dass man sich die Stadträtinnen und Stadträte noch gar nie als Gewichtheberinnen und Gewichtheber vorgestellt hat. Es gibt zwei Disziplinen bei dieser Sportart: Das Reissen und das Stossen. Der Stadtrat pflegt vor allem das Stossen. Gerissenes präsentiert er selten. Es wird einem aber auch klar, wieso die Stadt Zürich es nur dank einer neunköpfigen Exekutive geschafft hat, die beste aller Städte zu sein, während doch andernorts einiges im Argen liegt. Wir wollen nicht vom Bundesrat oder vom Zürcher Regierungsrat reden, deren sieben Mitglieder sich ja immer wieder Muskelzerrungen beim Stemmen ihrer Aufgaben holen, obwohl sie keine Grossstadt zu verwalten haben. Aber nehmen wir die Stadt Basel: Die hat gar keine eigene Exekutive, sondern steht unter der Fuchtel des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt, der nur sieben Mitgliedern zählt. Kann das gut gehen? Und wie macht das nur die Ville de Genève? Sie hat lediglich fünf Mitglieder in ihrem Conseil administratif, die dann erst noch die Aufgaben auf Französisch stemmen müssen. Dass die Stadt Bern mit einer fünfköpfigen Exekutive Probleme hat, erkennt man schon daran, dass sie Stadtrat und Gemeinderat verwechselt. Der Berner Gemeinderat entspricht dem Zürcher Stadtrat, aber doch nicht recht, weil er ja eben nur fünf Mitglieder hat. Es heisst, er schaffe es dennoch, weil das Schlusswort des Präsidenten bei jeder Sitzung laute: «Wir stemmen das!»

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